Das sinnstiftend bedingte Grundeinkommen

"HARTZ IV" kann man als "bedingtes Grundeinkommen" bezeichnen.

Die Bedingungen für den Erhalt von "HARTZ IV" beruhen auf Annahmen, die bereits jetzt realitätsfern sind.

Aller Voraussicht nach wird sich diese Realitätsferne kontinuierlich vergrößern und irgendwann gesamtgesellschaftlich ein kritisches Niveau erreichen.

Wegen der Corona-Pandemie ist diese Situation für viele Menschen bereits jetzt eingetreten.

Der Bezug von "HARTZ IV" ist also von Bedingungen abhängig, die insgesamt nicht als sinnstiftend anzusehen sind.

Es muss sich etwas ändern.

Ein Vorschlag für die notwendige Änderung ist die Einführung eines "bedingungslosen Grundeinkommens" ("BGE").

Ein BGE hat eine Reihe von Nachteilen.

Darunter ganz besonders die fehlende Akzeptanz.

Ein BGE wird mehrheitlich abgelehnt. Von der Politik und von den Bürgern.

Jahrzehntelange Aufklärungsarbeit scheint das nicht hinreichend stark ändern zu können.

Also ist es ganz unabhängig von etwaigen anderen Nachteilen unrealistisch, hinreichend bald ein BGE einführen zu können.

Wie ist es aber mit einem Grundeinkommen, das grundsätzlich nicht unbedingt, sondern bedingt ist?

Aber mit Bedingungen, die mehrheitlich als "sinnstiftend" angesehen werden.

Es gibt eine große Bandbreite von möglichen Bedingungen, die wahrscheinlich mehrheitlich als "sinnstiftend" angesehen werden.

Ein entsprechender Katalog sowie die notwendigen Methoden und Strukturen, um die Bedingungen regelmäßig zu aktualisieren und deren Erfüllung zu messen, lassen sich innerhalb weniger Jahre erarbeiten.

Mehr dazu gleich. Zunächst aber: Viele Menschen sind jetzt während der Corona-Pandemie ernsthaft in ihrer Existenz bedroht.

Das schadet nicht nur diesen Menschen, sondern uns allen. Das Ausmaß dieser Schäden ist noch nicht absehbar.

Es ist nicht einfach, sich diese Schäden vorzustellen. Eine Hilfestellung dabei: Wie wäre es, wenn es keine Musik mehr geben würde, keine Filme, keine Fernsehserien, keine Theater, keine Romane, keine Gemälde, keine Skulpturen, keine Illustrationen, keine Fotografien?

Wir plädieren dafür, vorübergehend und so rasch wie möglich ein "bedingungsloses Grundeinkommen" einzuführen.

Wir plädieren dafür, dass gleichzeitig ein tragfähiges und voraussichtlich mehrheitsfähiges Modell für ein "sinnstiftend bedingtes Grundeinkommen" erarbeitet wird.

Idealerweise macht man das in einem partizipativen Prozess, der Vertreter aller Bereiche unserer Gesellschaft mit einschließt und in dem die Stimmen sämtlicher Bürger ebenfalls Gehör finden.

Unter Einsatz moderner Informationstechnologie und moderner Methoden ist das nicht nur möglich, sondern sogar auf effiziente Weise möglich.

Wenn Sie uns zustimmen, dann unterzeichnen Sie unsere Petition.

Um mehr über die Idee eines "sinnstiftend bedingten Grundeinkommens" zu erfahren, lesen Sie einfach weiter.

Was also könnte "sinnstiftend" sein? Es folgen einige Aussagen dazu, im Stile eines Brainstormings.

Einer Erwerbsarbeit nachzugehen.

Eine Funktion in einer gemeinnützigen Organisation inne zu haben.

Sich weiterzubilden.

Kunstschaffende zu sein.

Inhalte im Internet zu erstellen, die mehrheitlich als sinnstiftend bewertet werden.

Tätigkeiten zu verrichten, die einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten, für die es aber keinen Markt gibt.

Tätigkeiten zu verrichten, die anderen Menschen helfen, für die es aber keinen Markt gibt.

Ein Sabbatical in Anspruch zu nehmen.

Frei von Druck gesund zu werden.

Wie ließe sich das organisieren?

Beispielsweise mit Plattformen und dazugehörigen Apps.

Eine Plattform könnte dazu genutzt werden, im Kollektiv kontinuierlich "sinnstiftend" im Detail zu definieren. Mit Übergangsfristen, falls vormals Sinnstiftendes rausfallen sollte.

Eine Plattform könnte dazu genutzt werden, die eigenen diesbezüglichen Aktivitäten zu dokumentieren und zu belegen, um damit beispielsweise im Rahmen eines Punktesystems erforderliche Punkte zu sammeln.

Eine Plattform könnte dazu genutzt werden, um damit Angebot und Nachfrage für kleine Tätigkeiten zu verwalten, für die es keinen Markt gibt, welche aber sinnstiftend sind für die Allgemeinheit.

Mit moderner Informationstechnologie sowie unter Berücksichtigung relevanter Theorien wie beispielsweise der Spieltheorie ließe sich das auf wirksame und sichere Weise organisieren.

Selbst wenn man Missbrauch nicht ganz ausschließen kann, ist der Gesamtnutzen wesentlich größer als ein etwaiger Schaden durch Missbrauch.

Die Finanzierung? Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die schon seit geraumer Zeit im Rahmen der Bemühungen um ein bedingungsloses Grundeinkommen erarbeitet und diskutiert wurden. Zusammengefasst lässt sich dazu sagen: Es ist machbar und die Aufgabe besteht lediglich in der Entscheidung, welche der Möglichkeiten man in welchem Ausmaß in einen Mix einbauen möchte, um ein "sinnstiftend bedingtes Grundeinkommen" zu finanzieren.

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